NASDAQ ignoriert Support-Zonen
Was mir momentan gar nicht schmeckt, ist die Tatsache, dass der NASDAQ aktuell Support-Zonen, ohne groß zu zögern, hinter sich lässt. Bei rund 20.700 Zählerpunkten hätte man eine Verschnaufpause erwarten können, bei 19.900 ebenfalls und der nächste Support liegt erst bei 18.400. Hält dieser nicht, sind rund 17.000 die nächste Marke, die anvisiert werden könnte, was einem Rückgang von 23% seit dem ATH entspräche. In früheren Korrekturphasen kam es immer zu technischen Gegenkorrekturen - diesmal fällt der NASDAQ wie ein Stein. Man hat den Eindruck, dass die Investorengemeinschaft Trump ins Gesicht brüllt: "Überdenke deine Zollpolitik und beende die Zollstreitigkeiten!" - denn momentan wird eine Zukunft an den Börsen vorweggenommen, die düsterer ist, als sie es vermutlich sein wird.
In dieser Woche werden die US-Inflationszahlen veröffentlicht und am 19.03. trifft die BoJ ihren nächsten Zinsentscheid. Wenn hier Überraschungen erfolgen, könnten die genannten Marken sehr schnell angesteuert werden, bei einer Zinsanhebung der BoJ würde es mich nicht wundern, dass der derzeit sehr sensible Markt überreagiert.
Jüngere Anleger können dem Ganzen gelassen entgegensehen und diesen Abverkauf auch als Chance nutzen, wenn sie eine geeignet Strategie fürs Depot und ihre Nerven parat haben.
Wenn sich allerdings ein Szenario wie 2008 abspielt, kann es Jahre dauern, bis die Verluste wieder eingefahren sind, v. a. wenn man seine ETFs immer wieder mit größeren Summen aufgestockt hat, die nun wie Senkbleie beim rapiden Rückgang der Börsen im Weg liegen - insbesondere, wenn man erst in den letzten ein bis zwei Jahren mit dem ETF-Sparen bzw. dem Investieren begonnen hat.
Eine sehr unbefriedigende Situation aktuell - ohne sichtbare Erholung.
my-2-Cents (Euro-Cents, wohlgemerkt!)